Wie häufig ist PCOS?

PCOS ist eine sehr häufige hormonelle Erkrankung bei Frauen. Jede 10. bis 13. Frau im gebärfähigen Alter ist davon betroffen, was PCOS zu einer der häufigsten endokrinologischen Erkrankungen in dieser Bevölkerungsgruppe macht.

 

Warum ist die Diagnose von PCOS wichtig?

Unbehandelt kann es zu langfristigen Problemen wie Kinderwunschschwierigkeiten, erhöhtem Risiko für Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen. Mit der richtigen Behandlung lassen sich die Beschwerden jedoch meist sehr gut kontrollieren.

Ein Arzt zeigt auf ein Diagramm des weiblichen Fortpflanzungssystems auf einem Computerbildschirm, während er einer Patientin, die neben ihm in einer Arztpraxis sitzt, etwas erklärt.
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Welche Symptome sind typisch für PCOS?

Beim PCO-Syndrom können folgende Symptome in unterschiedlicher Ausprägung auftreten:

Die körperlichen Beschwerden haben häufig deutliche Auswirkungen auf die Psyche der Betroffenen. Nach den Wechseljahren gehen die Beschwerden bei vielen deutlich zurück.

Illustration einer Frau mit braunem Haar, umgeben von deutschem Text, der die Symptome von PCOS auflistet, wie Haarausfall, Insulinresistenz, Akne, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und unregelmäßige Perioden.

PCOS: Symptome und Behandlung mit Medikamenten und Ernährung

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Eine Person hält eine hölzerne Haarbürste mit Haarsträhnen, die sich in den Borsten verfangen haben, während sie mit der anderen Hand lose Haare aus der Bürste zieht.

Häufige Fragen und Antworten

Das Polyzystische Ovarsyndrom ist bislang nicht heilbar. Trotzdem kann sich durch unterschiedliche Veränderungen wie z.B. eine Senkung des Gewichtes in den Normalbereich bei adipösen Patientinnen die hormonelle Situation im Laufe des Lebens ändern. Mit einer gezielten Behandlung, zum Beispiel durch Medikamente sowie einer gesunden Ernährung und Gewichtsreduktion, lassen sich die Beschwerden meist gut kontrollieren. Eine Stabilisierung des Zyklus kann nicht nur die Lebensqualität deutlich verbessern, sondern in vielen Fällen auch dazu beitragen, dass sich der Kinderwunsch erfüllt.

Frauen mit einem PCOS haben ein erhöhtes Risiko für bestimmte Schwangerschaftskomplikationen. Dazu zählen Frühgeburten, Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) und ein schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck (Präeklampsie). Eine engmaschige ärztliche Betreuung ist daher besonders wichtig, um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und gezielt behandeln zu können.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die medizinische Abklärung und Behandlung des Polyzystischen Ovarsyndroms. Dazu zählen unter anderem Hormonuntersuchungen, Ultraschall und ggf. medikamentöse Therapien zur Zyklusregulierung. Nicht getragen werden die Kosten für die o.g. Metformin-Therapie (ca. 10 €/Monat) sowie Letrozol (ca. 5-10 € je stimuliertem Zyklus).

Akne und vermehrte Körperbehaarung können Symptome des PCOS sein. Mit einer geeigneten Behandlung, zum Beispiel einer antiandrogenen Antibabypille, kann sich das Hautbild deutlich verbessern. Diese Therapieoption besteht bei Kinderwunsch natürlich nicht. Ohne medizinische Therapie bilden sich die Beschwerden meist nicht zurück. Auch in den Wechseljahren ist eine spontane Besserung nicht garantiert, da hormonelle Ungleichgewichte weiterhin bestehen können. Eine frühzeitige dermatologische und gynäkologische Betreuung sind daher empfehlenswert.

Frauen mit Polyzystischem Ovarsyndrom (PCOS), die übergewichtig oder adipös sind, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln. Kennzeichnend für das Syndrom sind neben Übergewicht auch Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte (z.B. durch Insulinresistenz) und ungünstige Blutfettwerte. Diese Faktoren erhöhen langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes. Umso wichtiger ist es, frühzeitig gegenzusteuern, etwa durch regelmäßige Bewegung und Gewichtsreduktion, eine ausgewogene Ernährung und bei Bedarf eine medikamentöse Behandlung.